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Ein Traum



Vor ein paar Wochen lernte er, in der Fu?g?ngerzone seiner Heimatstadt, eine h?bsche, junge Frau kennen. Ihr Name war Jasmin.
Seit her trafen sie sich fast jeden Tag und verbrachten soviel zeit wie m?glich miteinander.
Er mochte sie sehr, doch sie schien mehr f?r ihn zu empfinden, als er erwidern konnte.
Am vierten Tag der dritten Woche, die sie sich nun kannten, waren die zwei zum Rollschuhfahren verabredet. Er w?re fast zu sp?ht gekommen, da seine Rollschuhe nicht finden konnte. Sie sahen noch aus wie neu, weil er sie so gut wie nie benutzt hatte. Dementsprechend war sein Fahrk?nnen auch nicht das Beste, was beiden viel Spa? brachte. Er hatte m?he sich auf den Beinen zu halten. Sie l?chelte ihn an und meinte es sei ein Bild f?r die G?tter gewesen.
Den ganzen Nachmittag verbrachten sie so und kehrten gegen Abend ersch?pft in ein Lokal ein. Gut gest?rkt und mit ausgelassener Stimmung brachte er sie im Halbdunklem nach hause.

Es war nur ein kurzer Fu?marsch bei dem sie sanft seine Hand in die ihre legte und sich an ihm anlehnte. ?Ist dir kalt?? fragte er sie. ? ... Nein.? Erwiderte Jasmin mit leicht geneigtem Kopf und einem l?cheln das Eisberge zum schmelzen h?tte bringen k?nnen. Er sah sie nur an und fast ohne das er es merkte l?chelte er sie mit einer w?rme an, die ihm bis dahin fremd war.

Ein kleiner Bach floss am Wegesrand der mit Kopfstein gepflasterten Gasse in der die Wohnung ihrer Familie lag. Das sanfte Mondlicht spiegelte sich sacht im Wasser, das bis weit auf den Weg, in den Spalten der Steine zu sehen war. Geradeaus, am Ende der Gasse ging schon die Haust?r auf, aus der Jasmins Vater trat. Er hatte sie schon kommen gesehen und konnte es nicht erwarten den jungen Mann zu begr??en, von dem er schon soviel geh?rt hatte.
Mit freundlichem L?cheln und einem Stolz in den Augen, den nur ein Vater haben kann, empfing er ihn mit offenen Armen, fast als w?re er schon l?ngst sein Schwiegersohn.
Dieses Vertrauen und die Warmherzigkeit mit der ihr Vater ihm begegnete ehrten ihn.
Noch zwischen T?r und Angel stehend, unterhielten sich die drei ?ber den vergangenen Abend, Beruf, Familie, Gott und die Welt.

Doch zu fr?h wurde dieses selige Treffen unterbrochen. Durch den erschreckten Ausdruck, der pl?tzlich auf dem Gesicht von Jasmins Vater entstand. Verunsichert drehten sich Jasmin und ihr Begleiter um. Erstaunt und ?berrascht erkannte er sieben M?nner, ganz in schwarz gekleidet, die zielstrebig die Gasse hinab auf sie zu liefen. Kaum in Reichweite, das man ihre Gesichter h?tte sehen k?nnen, rissen die M?nner ihre Arme hoch, in denen sie Schusswaffen hielten. Noch bevor jemand begriff was hier passierte war die Luft vom donnern der Kugeln durchsetzt. Ihr Vater wurde, von Sch?ssen getroffen, zu boden gerissen. W?hrend er, wie in Zeitlupe dem Geschehen zusah und die Einsch?sse in seinen eigenen K?rper nur als dumpfen Schmerz wahrnahm. Doch er stand noch und sah zu Jasmin, der grade, wie versehen, eine Kugel die linke Schulter aufbrach.
Sie viel langsam zu Boden und noch bevor sie aufkam war es als h?tte sich ein Schalter im Kopf des Mannes umgelegt und er schien nicht mehr der selbe zu sein.
Kaum ber?hrte ihr junger K?rper den nassen Boden, stand der Mann auch schon vor einem der Angreifer, der kaum realisierte was grad mit ihm geschah. Die jetzt blutrot leuchtenden Augen des Mannes waren das letzte was, der noch immer seine Waffe nach vorne haltende Mann, in seinem Leben sah. Mit der blo?en Hand wurde ihm das Herz in der Brust zerdr?ckt und er sackte tot zu Boden. Erschreckt begannen die restlichen Angreifer auf den, von Kampfeslust beseelten Mann zu feuern. Die Einschl?ge der Kugeln sp?rte er gar nicht als er die restlichen sechs M?nner mit H?nden zerquetscht, ihre K?rper ineinander zerbersten lie? und mit groben Bissen t?tete.
Das Mondlicht schien sich orange gef?rbt zu haben. Der Bach f?hrte jetzt rotes Wasser und der Gehweg war vom vielen Blut verklebt. Erst jetzt, wo alle Gegner tot waren beruhigte sich sein Blutdurst und seine Augen begannen wieder menschlich auszusehen.
Als sein Verstand wieder klarer wurde erinnerte er sich an Jasmin und rannte zu ihr.

Sie hatte alles mit angesehen und ihre weit aufgerissenen Augen zeigten ihm das ihr Geist schwer darunter gelitten hatte. Er legte seine Hand sanft auf ihre Wunde und es schien als w?rde eine Druckwelle aus seiner Handfl?che sto?en, die allen Schmerz hinfort trieb. Selbst die Wunde war nicht mehr zu sehen als er seine Hand wieder von ihrem K?rper trennte. Doch f?r ihren verst?rten Geist vermochte er nichts zu tun.
Als er sich kurz umschaute und das, was er selbst getan hatte, vor Augen sah, war es f?r ihn selbst schwer seinen Geist bei sinnen zu halten.
Er h?rte noch die Sirenen von Krankenwagen und Polizei als er vor Anstrengung und Ersch?pfung in Ohnmacht viel.




Jasmin wurde in psychiatrische Obhut ?bergegeben. Ihr Vater hatte den Anschlag schwer verletzt ?berlebt und lag Jahre lang im Koma. Aus Ehrgef?hl und Anstand entschloss sich der Mann, sich fortan um Jasmin, ihre Familie und die Gesch?fte ihres Vaters zu k?mmern.
Seine neu Familie empfing ihn mit Dankbarkeit und Freude. Alle akzeptierten ihn als Vertretung f?r den fehlenden Vater. Er war ?berrascht wie problemlos er sowohl Gesch?fte als auch die Familienangelegenheiten ?bernehmen konnte, ohne das ihm Jemand seine neue Position in frage stellte.
Er bl?hte in dieser Rolle, als Familienvater und Oberhaupt wirklich auf, vor allem nachdem sich herausstellte, das Jasmin schwanger war und ihm trotz ihrer Geistesschw?che einen gesunden Sohn schenkte.

Seit her sind viele Jahre vergangen. Sowohl Jasmin als auch ihr Vater sind nun wieder in ihren bekannten vier w?nden untergebracht. Leider k?nnen beide noch immer nicht ihren alten Platz voll ?bernehmen. Jasmin wird wohl nie wieder v?llig gesund werden, doch in Gegenwart ihrer gro?en Familie, ihren vielen Geschwister und ihrem eigenen Kind, geht es ihr weit aus besser als im Krankenhaus. Auch ihr Vater genie?t die neu gewohnte Umgebung. Er ist seiner noch immer Vertretung sehr dankbar und sieht, das es kaum einen besseren Mann g?be der sich um Alles k?mmern kann, wenn er selbst diese Welt f?r immer verlassen muss.
Alle zusammen haben wirklich eine sch?ne Zeit und sind sehr gl?cklich.

Der Mann sitzt gl?cklich und zufrieden im Kreis dieser Familie. Er scherzt, isst und lacht mit ihnen als einer seiner Untergebenen, die zum Teil auch in dieser gro?en Wohnung untergebracht sind, zu ihm geht, ihm seine Hand auf die Schulter legt und ihm, mit gesengtem Kopf, etwas ins Ohr zufl?stert. Er nickt, steht auf und alle Anwesenden werden stumm. Er gibt seinen restlichen Untergebenen Handzeichen und geht mit zwei M?nnern raus.

Kaum mit einem Fu? auf der Strasse sieht er, wie sich ihm viele alt bekannt vorkommende Umrisse n?hern. Wie damals alle in schwarz gekleidet, doch weitaus gr??er in ihrer Anzahl. Ganz am Ende dieses Trupps erkennt er im Abendlicht den vermutlichen Anf?hrer und ein Kind. Wieder rei?en die M?nner ihre Arme hoch um zu feuern, doch dieses mal erwidern er und seine zwei Begleiter das Feuer. Noch wehrend beide Parteien aufeinander zugehen, breitet sich ein Meer von Kugel in der Gasse aus. Seine zwei Begleiter und einige der Angreifer fallen zu Boden. Doch nicht die Angreifer, sondern er bleibt stehen. Seine Sch?sse scheinen gegen diesen Ansturm nichts zu n?tzen. Und Die Kugeln die seinen K?rper durchbohrten kommen ihm vor wie tausende Nadeln, die ihm das Fleisch aus dem K?rper trennen. Er f?hlt sich so schwach und selbst sein Blut scheint im nicht mehr wohlgesonnen, das ihm in Massen aus seinen Wunden und dem Mund entweicht. Wie unber?hrt von seiner Existenz geht einer nach dem Anderen an ihm vorbei, wehrend er noch immer den Abzug an seiner l?ngst lehren Waffe bet?tigt. Vor schnell aufkommender Angst und Panik stur dastehend, Arm und Blick streng nach vorne richtend, steht er da und vermag nichts gegen sie auszurichten.
Als auch der Boss, mit einem h?mischem L?cheln im Gesicht, ihn kaum beachtend, mit seinem eigenen Sohn an ihm vorbei geht, flie?en ihm Tr?nen von den Wangen. Mit den Tr?nen ber?hren auch seine Knie nun den kalten nassen Boden. Er sieht auf seine sauberen H?nde, mit dehnen er so vieles gepflegt und aufgebaut hatte, mit dehnen er alles besch?tzen wollte. Er sieht wie er noch immer die silbergraue Waffe in der rechten Hand h?lt, die ihm weder Schutz noch Trost brachte. Mit Schussger?uschen und den Schreien seiner neuen Familie in den Ohren wirft er die Waffe weg.
Er wollte nie wieder zu dem werden was Jasmin fast die Seele genommen hatte, doch bleibt ihm nun keine andere Wahl. Um das zu sch?tzen was er jetzt so liebt, muss er alles tun was ihm m?glich ist. Er springt auf und rennt, kaum noch bei Kr?ften, in die Wohnung.
Ein grausiges Bild bietet sich vor ihm. Seine Familie zusammengepfercht wie Tiere, von Waffen bedroht und mit Leichen umrahmt. Sie weinen und flehen, schreien und jammern und ihre nassen Augen sehen ihm voller Verzweiflung bis in die Seele. Jeder der zum Schutze dieser Familie da war liegt nun regungslos in eigenem Blute am Boden. Der Boss der Angreifer richtet siegessicher seine Waffe auf Jasmin, die ihr Kind sch?tzend im Arm h?lt und ihren Vater. Er ist sich seines Triumphes von Beginn an so sicher gewesen, das er sogar seinen Sohn mitnahm, der sich jetzt seinen Sieg mit ihm ansehen soll. Selbst das Erscheinen dieses blutenden Mannes in der T?r der Wohnung l?sst ihn nicht daran zweifeln.

Mit diesem Bild vor Augen und den Gedanken daran Jasmin jetzt ganz verlieren zu k?nnen, beginnt das Herz des Mannes jetzt weitaus schneller zu schlagen. Es pumpt immer kr?ftiger und schneller das hei?e dicke Blut durch seinen K?rper. Er f?hlt wie der Hass in ihm aufkocht und l?sst sich ganz in der Wut vergehen. Seine Sinne schwinden wie sein Schmerz. Hass und Wut vernebeln in grenzenlosem Blutdurst seinen Geist. Seine Wunden beginnen sich zu schlie?en und ihm ist als w?rde ihm schwarz vor Augen.
Nur wie im Tr?ume dringe einzelne verschwommene Bilder, Fragmente des Geschehens, in seinen Geist vor. Blut, soviel Blut. Verzerrte Gesichter auf dehnen die Todesangst zu erkennen ist.

Etwas klarer beginnt er zu erkennen wie vor ihm jemand, von eigenem Blut verschmiert, mit zahlreichen Wunden, an die Wand gedr?ckt, um sein Leben wimmert. Doch es ist nicht irgend jemand, sondern der Boss der Angreifer. Noch halb benommen holt er aus und bricht ihm mit einen einzigen Schlag das Genick.

Ersch?pft beginnt er immer mehr von der Umgebung wahrzunehmen. Ein Fluss von Blut und Leichen durchsetzt das sonnst so warmherzige Wohnzimmer der Wohnung. Er sieht sich um und findet mit suchendem Blick seine Familie, Jasmin und ihren gemeinsamen Sohn. Es scheint allen weitestgehend gut zu gehen. Jasmin h?lt immer noch sch?tzend ihr Kind im Arm, tr?stet es und verh?llt dessen Blick. Zum Gl?ck musste sein Sohn nicht wie einst Jasmin mit ansehen was hier passierte. Er sieht ihr in die Augen, doch dieses mal erwidert sie seinen Blick nicht mit Angst und Schrecken, sondern mit Dankbarkeit, ja fast wieder mit liebe. Erst jetzt merkte er wie sehr er diesen Blick, den selben blick wie damals, vermisst hatte und l?chelt sie genau wie damals an, als sie an seiner Schulter schmiegte.

Beim zweiten blick durch die Wohnung erkennt er, zwischen all diesen Toten, das noch jemand ?berlebt hat. Ein bitterlich weinender Junge steht mitten im Raum, vom Blut seines eigenen Vaters bespritzt.
Er geht zu ihm hin, kniet sich vor ihn, legt seine hand auf seine Schulter und sagt: ?Es ist vorbei. Jetzt kann alles wieder gut werden.? Der Junge h?rt auf zu weinen und sieht diesen ihm fremden Mann an. Doch schenken seine Worte ihm Ruhe in Geist und Herzen. Mit einer w?rme im Blick und in der Stimme, die in anbetracht dessen was grade passiert war kaum zu glauben war sagte der Mann weiter: ?Du hast deine Familie verloren, wie auch ich meine einst verlor. Aber wenn du willst kannst auch du, hier, eine neue finden. Es liegt an dir.?



Bisheriges Ende =)
16.1.06 23:31
 


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